Neue Verbindungen über die Autobahn
Die Autobahn A2 durchquert LuzernSüd auf mehreren Kilometern und trennt heute Wohnquartiere, Arbeitsgebiete und öffentliche Räume voneinander. Mit den geplanten Siedlungsverbindungen soll diese Barrierewirkung deutlich reduziert werden. Neue Grün- und Freiräume, attraktive Fuss- und Veloverbindungen sowie zusätzliche Begegnungsorte sollen die Quartiere beidseits der Autobahn wieder stärker miteinander verknüpfen.
Das Vorhaben ist weit mehr als ein Infrastrukturprojekt. Es schafft die räumlichen Voraussetzungen dafür, dass LuzernSüd trotz weiterem Wachstum zu einem zusammenhängenden, lebenswerten und klimaangepassten Stadtraum werden kann.
Drei neue Siedlungsverbindungen
Das räumliche Zielbild sieht drei Siedlungsverbindungen über die Autobahn A2 vor. Sie sind auf die unterschiedlichen örtlichen Voraussetzungen abgestimmt und ergänzen sich zu einem Gesamtsystem.
Im Raum Grosshof werden die im Gesamtsystem Bypass Luzern vorgesehenen neuen Grosshofbrücken zu einer Siedlungsverbindung ausgebaut. Auf ihrem Dach soll eine rund 18’000 Quadratmeter grosse Grünfläche mit neuen Fuss- und Velowegen entstehen. Damit wird die heute stark vom Verkehr geprägte Schnittstelle zwischen Luzern und Kriens besser in den Stadtraum eingebunden.
Beim Arsenal ist eine zusätzliche Teilüberdeckung der Autobahn vorgesehen. Sie bildet die Siedlungsverbindung Rösslimatt und schafft neue Verbindungen zwischen den angrenzenden Quartieren, dem Kultur- und Bildungsstandort Südpol sowie den Entwicklungsgebieten auf beiden Seiten der A2.
Im Schlund soll der bestehende Autobahntunnel verlängert werden. Mit der Siedlungsverbindung Chäppeliallmend entsteht eine neue räumliche Verbindung zwischen den Wohnquartieren und den Arbeits- und Entwicklungsgebieten im Schlund. Gleichzeitig werden zusätzliche Grünräume und bessere Wege für den Fuss- und Veloverkehr möglich.

Mehr Lebensqualität und neue Freiräume
Die Teilüberdeckungen schaffen Flächen, die heute durch die Autobahn nicht oder nur eingeschränkt nutzbar sind. Sie ermöglichen neue öffentliche Freiräume, verbessern den Lärmschutz und erhöhen die Sicherheit im Umfeld der Nationalstrasse. Gleichzeitig unterstützen sie die Siedlungsentwicklung nach innen, indem bestehende Quartiere besser verbunden und angrenzende Entwicklungsflächen aufgewertet werden.
Die konkrete Gestaltung der neuen Räume wird in den nächsten Planungsphasen vertieft. Im Zentrum stehen vielfältig nutzbare Grün- und Freiräume, sichere Alltagsverbindungen und eine hohe Aufenthaltsqualität. Die neuen Siedlungsverbindungen sollen nicht nur Übergänge schaffen, sondern eigenständige Orte mit einer starken Identität werden.

Gemeinsam entwickelt
Die Grundidee der Siedlungsverbindungen wurde durch städtebauliche Studien im Rahmen des Gebietsmanagements LuzernSüd weiterentwickelt und 2021 im Regelwerk LuzernSüd als langfristiges Entwicklungsziel verankert. Seit 2022 arbeiten das Bundesamt für Strassen ASTRA, der Kanton Luzern, die Stadt Kriens und LuzernPlus in einem breit abgestützten Planungsprozess zusammen.
Nach einer Testplanung wurden die Lösungsansätze technisch, städtebaulich und wirtschaftlich vertieft. Anfang 2026 einigten sich die Projektpartner auf das räumliche Zielbild sowie die gemeinsame Umsetzung und Finanzierung. Das ASTRA übernimmt die Bauherrschaft und koordiniert das Vorhaben mit dem Gesamtsystem Bypass Luzern.
Finanzierung und weiteres Vorgehen
Die Gesamtkosten werden auf rund 186,5 Millionen Franken geschätzt. Das ASTRA trägt rund 60 Prozent, der Kanton Luzern 26 Prozent und die Stadt Kriens 14 Prozent der Kosten. Über den Krienser Sonderkredit von 26,54 Millionen Franken entscheidet die Stimmbevölkerung am 27. September 2026. Die kantonale Volksabstimmung ist für den 29. November 2026 vorgesehen.
Nach den politischen Entscheiden folgen die weiteren Projektierungs- und Bewilligungsverfahren. Diese werden voraussichtlich rund zehn Jahre beanspruchen. Eine Realisierung wird ab etwa 2037 angestrebt und soll möglichst mit dem Bau des Gesamtsystems Bypass Luzern koordiniert werden.
Das Projekt in Kürze
- Vorhaben: drei neue Siedlungsverbindungen über die Autobahn A2
- Standorte: Grosshof, Arsenal und Schlund
- Ziele: Quartiere verbinden, Grün- und Freiräume schaffen sowie Lärm- und Störfallrisiken reduzieren
- Gesamtkosten: rund 186,5 Millionen Franken
- Finanzierung: ASTRA 60 Prozent, Kanton Luzern 26 Prozent, Stadt Kriens 14 Prozent
- Bauherrschaft: Bundesamt für Strassen ASTRA
- Projektstand: Entwicklungskonzept und Finanzierung vereinbart
- Angestrebte Realisierung: ab etwa 2037
- Projektpartner: ASTRA, Kanton Luzern, Stadt Kriens und LuzernPlus
Grundlagen
Das Entwicklungskonzept (Stand Februar 2026) mit dem erläuternden Bericht sowie dem finalen Zielbild kann hier aufgerufen werden:
Alle weiteren und aktuellen Informationen findet man auf der Projektwebseite: Siedlungsverbindungen Luzern-Süd - Kanton Luzern
Geplante Siedlungsverbindungen im 3D-Stadtmodell: Landschaftsmodell - Kanton Luzern