Zu Fuss statt mit dem Auto: Reallabor LuzernSüd startet 2026
22. Januar 2026
Mehr Lebensqualität durch gezielte Förderung des Fussverkehrs
LuzernSüd hat sich in den vergangenen Jahren zu einem bedeutenden Arbeits- und Lebensraum entwickelt. Obwohl das Gebiet heute über eine sehr gute Erschliessung mit dem öffentlichen Verkehr sowie ein zunehmend attraktives Fuss- und Velonetz verfügt, werden viele kurze Alltagswege weiterhin mit dem Auto zurückgelegt. Der Gemeindeverband LuzernPlus setzt hier an und lanciert ein neues Projekt zur Förderung des Fussverkehrs: «Zu Fuss statt mit dem Auto – Reallabor LuzernSüd».
Reallabor LuzernSüd: Neue Wege für kurze Alltagsmobilität
Das Projekt wird zwischen 2026 und 2028 umgesetzt und verfolgt ein klares Ziel: Kurze Autofahrten sollen vermehrt durch Fusswege ersetzt und alltägliche Erledigungen stärker im Quartier stattfinden. Damit soll nicht nur der Verkehr entlastet, sondern auch die Aufenthaltsqualität und die lokale Vernetzung in LuzernSüd gestärkt werden.
In einem ersten Schritt wird untersucht, wie sich Menschen im Gebiet tatsächlich bewegen – auf welchen Wegen, mit welchen Verkehrsmitteln und aus welchen Gründen. Auf dieser Grundlage werden gezielte Massnahmen entwickelt, etwa neue Fussverbindungen, Verbesserungen bestehender Wege oder eine optimierte Signalisation.
Innovative Datengrundlagen mit Unterstützung von KI
Ein zentrales Element des Projekts ist der Einsatz neuer Analysemethoden. Geplant ist, in den Teilgebieten Kriens Mattenhof und Horw Zentrum punktuell Drohnen einzusetzen, um Bewegungsmuster zu erfassen. Diese Daten werden anschliessend mithilfe von KI ausgewertet.
So können Fussverkehrsströme sichtbar gemacht, neuralgische Punkte identifiziert und anschaulich visualisiert werden. Für den Fussverkehr – im Gegensatz zum Auto- oder Veloverkehr – fehlen bislang belastbare Daten. Das Reallabor LuzernSüd will diese Lücke schliessen und eine fundierte Grundlage für zukünftige Planungs- und Umsetzungsentscheide schaffen.
Dialog, Beteiligung und Sensibilisierung
Neben der Datenerhebung setzt das Projekt stark auf den Dialog mit der Bevölkerung. Geplant sind Workshops, Passanten-Interviews, die Zusammenarbeit mit Quartiervereinen sowie digitale Beteiligungsformate. Ergänzend sollen Kampagnen auf die oft unterschätzten gesundheitlichen Vorteile des Gehens aufmerksam machen.
Zudem sind niederschwellige Anreize vorgesehen, um die Bevölkerung zu ermutigen, Alltagswege probeweise zu Fuss zurückzulegen und neue Routinen zu erproben.
Projektfinanzierung und Partner
Das Gesamtbudget des Projekts beträgt rund 160’000 Franken. Die Albert Koechlin Stiftung unterstützt das Vorhaben im Rahmen der Aktion «Clever unterwegs im Reallabor» mit 60’000 Franken. Die restlichen Mittel werden von der Gemeinde Horw, der Stadt Kriens sowie von Luzern Plus getragen.
Das Detailprogramm des Reallabors wird derzeit ausgearbeitet. Der Projektstart ist für 2026 vorgesehen.